Um zu verdeutlichen, was das bedeutet, lies mal laut die Übersetzung der Rezitation auf Deutsch:
Su-tra von der Wun-der-baren Lo-tos Blüte des Ge-setzes
Nütz-li-che Mittel, Ka-pitel Zwei
Zu jener Zeit, der Buddha er-hob sich fried-voll
Aus seiner Ver-sen-kung und sprach zu Sha-ri-pu-tra:
"Die Weis-heit a-ller Buddhas ist
Un-end-lich tief und un-er-mess-lich.
Das Tor zu die-ser Weis-heit
Ist schwier-rig zu ver-steh'n
Und es ist schwier-ig hin-hurch-zu-geh'n.
Kein Sho-mon, kein Prat-ye-ka-buddha
Ist fä-hig, es zu be-grei-fen.
Und bei Shomon und Prakyekabuddha wird es dann unverständlich, das versteht man nicht so einfach. Lotos-Sutra ist ja eine Abkürzung, japanisch heißt es Hokke-Kyo, das bedeutet aber Lotos-Blüten-Sutra.
Geschichtlich ist "Myoho-Renge-Kyo" der Titel der "Lehrreden von der Lotosblüte des Mystischen Gesetzes" - einerseits und gleichzeitig auch die Essenz des Inhalts von der höchsten Lehre Shakyamunis. Nichiren Daishonin setzte Nam, ein Wort in Sanskrit, mit der Bedeutung "Widmung" vor diese Schriftzeichen. Mit einfachen Worten heißt Nam-Myoho-Renge-Kyo, sein Leben dem höchsten Gesetz des Universums zu widmen. Jedes dieser Schriftzeichen enthält sehr tiefe Lebensprinzipien, zusammen erklären sie, wie alles im Kosmos in Beziehung zueinander steht.
Das Gongyo (die tägliche Liturgie im Nichiren-Buddhismus) wird weltweit auf traditionellem Japanisch (genauer gesagt in Shindoku, der chinesisch-japanischen Lesart der Sutren) rezitiert, um die ursprüngliche Essenz, den Klang und die spirituelle Verbindung zur Lehre von Nichiren Daishonin zu bewahren.


Die wichtigsten Gründe dafür sind:
Treue zum ursprünglichen Text:
Das Gongyo enthält Abschnitte aus dem 2. und 16. Kapitel des Lotus Sutra. Im 13. Jh. empfahl Nichiren Daishonin genau diese beiden Kapitel als begleitende Ausübung zur Rezitation von Nam-Myoho-Renge-Kyo.
Die heute verwendete Fassung basiert auf der klassischen chinesischen Übersetzung von Kumārajīva aus dem 5. Jahrhundert, die in Ostasien als besonders bedeutend gilt. Durch die Rezitation im Originalwortlaut soll die Überlieferung unverändert bewahrt werden.
Klang und Rhythmus:
Viele Praktizierende betrachten die Rezitation nicht primär als intellektuelles Lesen, sondern als eine spirituelle Praxis, bei der Klang, Rhythmus und Konzentration eine wichtige Rolle spielen. Ähnlich wie bei Mantras in anderen Traditionen wird dem Laut selbst Bedeutung zugeschrieben.
Gemeinsame weltweite Praxis:
Wenn Menschen in verschiedenen Ländern dieselben Passagen in derselben Form rezitieren, entsteht eine gemeinsame liturgische Praxis unabhängig von der jeweiligen Muttersprache.
Die Gegenposition:
Kritiker argumentieren, dass religiöse Texte verständlicher und zugänglicher werden, wenn sie in die jeweilige Landessprache übersetzt werden.
Deshalb bieten viele buddhistische Gruppen Übersetzungen und Erklärungen des Gongyo an, damit Praktizierende den Inhalt studieren und verstehen können.
Je nach Organisation wird die Frage unterschiedlich beantwortet. Beispielsweise betont die Soka Gakkai, dass das Verständnis der Bedeutung wichtig ist, die Rezitation aber in der traditionellen Form erfolgt. Andere Nichiren-Schulen legen stärkeres Gewicht auf die Bewahrung der liturgischen Tradition.
Der Standpunkt der Soka Gakkai lautet:
Das Wesentliche ist nicht die Sprache, sondern die Praxis
Die zentrale Praxis ist das Rezitieren von Nam-Myoho-Renge-Kyo und das Gongyo als Ausdruck des Glaubens an das im Lotus Sutra dargelegte Gesetz. Die Wirksamkeit der Praxis soll nicht davon abhängen, ob man jedes Wort der rezitierten Passage sprachlich versteht.
Trotzdem ist Verständnis wichtig
Die Soka Gakkai betont zugleich, dass man die Bedeutung des Gongyo studieren sollte. Deshalb werden Übersetzungen, Kommentare und Studienmaterialien bereitgestellt. Die Idee ist: Das Gongyo wird in der traditionellen Form rezitiert, aber sein Inhalt wird in der eigenen Sprache gelernt und vertieft.
Verbindung zur Tradition
Die Rezitation in der überlieferten Form wird als Verbindung zu Nichiren Daishonin und zur jahrhundertelangen Tradition verstanden. Ähnlich wie manche religiösen Gemeinschaften Gebete auf Hebräisch, Arabisch oder Latein bewahren, wird die traditionelle Form als Träger der Lehre angesehen.
Eine häufig verwendete Analogie
In der Soka-Gakkai-Literatur findet man sinngemäß die Vorstellung, dass das Gongyo eher einer musikalischen Partitur als einem gewöhnlichen Lesetext ähnelt. Man muss nicht jede Silbe übersetzen, damit die Praxis ihre Wirkung entfaltet; gleichzeitig gewinnt man durch das Studium der Bedeutung ein tieferes Verständnis dessen, was man rezitiert.
Es gibt aber auch interne Diskussionen
Manche Mitglieder fragen sich, ob eine Rezitation in der jeweiligen Landessprache nicht sinnvoller wäre. Die offizielle Linie bleibt jedoch, dass die traditionelle Form weltweit beibehalten wird, während das Verständnis durch Studium in der Muttersprache gefördert wird.
Interessant ist, dass die Frage letztlich auf ein grundlegendes Spannungsfeld in vielen Religionen verweist: Ist die heilige Sprache selbst bedeutsam, oder ist vor allem das Verstehen des Inhalts entscheidend? Die Antwort der Soka Gakkai lautet im Wesentlichen: beides – die traditionelle Rezitation bewahren und gleichzeitig die Bedeutung studieren.
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Wir sind ja Buddhisten und gemäß unserer Lehre gibt es kein entweder-oder, sondern immer sowohl-als-auch, das bezeichnen wir als den Mittleren Weg.
Yoshi hat gesagt:
Ein asiatisches Mantra klingt vielleicht für einen westlichen Menschen erst einmal fremd. Aber wenn wir einen Blick in die westliche Geistesgeschichte werfen, sehen wir, dass es hier ganz ähnliche Erkenntnisse gibt. Sigmund Freud hat für die europäische Psychologie etwas ganz Wichtiges geleistet: Er hat den Blick auf das Unterbewusstsein geöffnet. Er hat erkannt, dass es in unserem Leben Schichten gibt, die wir mit unserem bewussten, rationalen Denken nicht begreifen. Carl Gustav Jung geht sogar noch weiter und spricht von einem "kollektiven Unbewussten". Das kollektive Unbewusste ist überindividuell - alle Menschen teilen es miteinander. Im Buddhismus gibt es solche Überlegungen schon seit fast dreitausend Jahren. Hier spricht man vom "achten Sinn" oder der "achten Bewusstseinsschicht" - gemeint ist damit das kollektive Karma aller Lebewesen. Der Begründer des Nichiren-Buddhismus, Nichiren Daishonin, sprach sogar vom "neunten Sinn" oder der "neunten Bewusstseinsschicht" - dies ist das kosmische Leben selbst, die Gesamtheit allen Lebens. In jedem Menschen ist dieser neunte, kosmische Sinn vorhanden, er muss jedoch geöffnet werden. Nur wie?
Schon immer haben Buddhisten versucht, durch besondere Praktiken ihre ursprüngliche Buddhanatur, das kosmische Leben oder eben den "neunten Sinn" in sich zu öffnen. Nichiren hat der Buddhanatur zum ersten Mal einen Namen gegeben. Dieser Name ist "Nam-Myoho-Renge-Kyo". Indem wir für den ursprünglichen Buddhazustand in uns einen Namen bekomm
en haben, haben wir auch die Möglichkeit, den Buddhazustand mit Namen anzusprechen. Das ist ein großer Vorteil, denn vor Nichiren war es nicht so einfach, die Buddhaschaft anzusprechen und zu öffnen. Die Gläubigen haben manchmal mit Kasteiungen oder lebensgefährlichen Bemühungen versucht, Unsterblichkeit oder das kosmische Leben zu erfahren. Nichiren hat mit der Anrufung von Nam-Myoho-Renge-Kyo eine Möglichkeit gefunden, jeden Menschen die Buddhaschaft erfahren zu lassen.
Er hat sich lange Gedanken darüber gemacht: Wie kann ich es schaffen, dass jeder Mensch, auch ohne spezielle Fähigkeiten, den eigenen ursprünglichen Buddhazustand erreichen kann? Und das ist die Methode: Nam-Myoho-Renge-Kyo anzurufen. Nam-Myoho-Renge-Kyo ist ein Mantra. Mantra bedeutet "Kraft des Wortes" oder Gebetsformel. Indem wir Nam-Myoho- Renge-Kyo aussprechen, rufen wir die ursprüngliche, tiefe Identität in uns an - und sie reagiert. Das ist so ähnlich wie im täglichen Leben: Wenn mich jemand mit "Hans" anspricht, reagiere ich nicht. Ich heiße ja nicht Hans. Aber wenn jemand "Yoshi" ruft - dann bin ich sofort da, weil ich mich angesprochen fühle. Genauso ist es auch mit Nam-Myoho-Renge-Kyo. Indem wir das Mantra rezitieren, sprechen wir den ursprünglichen Buddha in uns an - und der ursprüngliche Buddha reagiert.
Nam-Myoho-Renge-Kyo ist nicht nur sprachlich im Universum vorhanden.
Es ist die Grundschwingung des Universums. Das ganze Universum ist in Bewegung, und diese Bewegung ist Nam-Myoho-Renge-Kyo, sagt Nichiren. Das ganze Universum bewegt sich nach dem Rhythmus von Nam-Myoho-Renge-Kyo. Man kann es hören oder mit anderen Sinnen wahrnehmen, in jedem Fall ist man Teil dieser Bewegung. Ein gehörloser Mensch erfährt die Schwingung des Universums durch Haut und Körper. Diese Schwingung ist Nam-Myoho-Renge-Kyo.
Jetzt könnte man ja fragen: Kann es auch ein anderer Name sein? Coca Cola oder Big Mac? Wenn wir diese beiden Begriffe mal als 'radikale Alternative' in Betracht ziehen, merken wir schnell: Worte sind keine leeren Klänge, sondern sie erzeugen eine bestimmte Stimmung in uns - wir haben sofort Assoziationen und innere Bilder, wenn wir ein Wort hören. Der eine denkt vielleicht gerne an einen Big Mac - aber nicht unbedingt beim Chanten. Den anderen schüttelt es bei der Vorstellung. In jedem Fall lenkt uns der Begriff von dem ab, worum es beim Chanten geht. Aber es gäbe natürlich auch noch andere Alternativen: Man könnte sich fragen, warum wir nicht eine andere Übersetzung des Titels des Lotos Sutra chanten. Oder warum nicht gleich ein ganz anderes Mantra? Eine ähnliche Frage wurde auch schon an Nichiren Daishonin direkt gestellt, denn zu seiner Zeit gab es verschiedene Übersetzungen des Lotos-Sutra. Wir wissen ja, dass Myoho-Renge-Kyo eine chinesische Übersetzung ist. In Sanskrit lautet der Titel des Lotos-Sutra Saddharmapundarika Sutra. Von diesem Sutra gab es mindestens drei verschiedene chinesische Übersetzungen. Myoho-Renge-Kyo ist nur eine von ihnen.
Die damaligen Schüler von Nichiren hatten natürlich auch die Frage: "Muss es immer Nam-Myoho-Renge-Kyo sein? Könnten wir nicht auch den Titel einer anderen Übersetzung rezitieren?" Nichiren Daishonin sagte dazu klar: "Die Bedeutungen sind gleich. Aber ich bitte dich, Nam-Myoho-Renge-Kyo zu chante
n." Das war seine Antwort. Meine Gedanken dazu sind: Wenn Nichiren Daishonin selbst sich unter den verschiedenen Übersetzungen für die von Kumarajiva entschieden hat, dann muss er viel darüber nachgedacht haben. Wir wissen, dass Nichiren Daishonin Sanskrit und Chinesisch lesen konnte. Er hat ja sechzehn Jahre studiert, bevor er Nam-Myoho-Renge-Kyo verkündete, und alle Sutras genau studiert. Nach seinem intensiven Studium entschied er sich für die Übersetzung von Kumarajiva und für Nam-Myoho-Renge-Kyo. Nichirens Überzeugung war: Vor Kumarajiva gab es keinen besseren Übersetzer und nach ihm wird es keinen besseren geben. Kumarajiva war nicht nur Übersetzer, er wird selbst auch als Buddha verehrt. Seine Schule war so groß wie eine Universität; dreitausend Schüler unterstützten ihn bei der Übertragung des Lotos-Sutra ins Chinesische. Die Übersetzung von Myoho-Renge-Kyo war also von allerhöchster Qualität - deswegen wollte Nichiren Daishonin keine andere Übersetzung nehmen. Das ist aber nur ein Aspekt. Ein anderer Aspekt ist - und hier kommen wir auch zurück zu der Frage, warum wir genau dieses und kein anderes Mantra rezitieren: Nichiren Daishonin sagte, Nam-Myoho-Renge-Kyo ist nicht nur der Name von etwas - es ist dieses Etwas selbst. Normalerweise gibt es zwischen einem Gegenstand und seiner Bezeichnung eine Trennung. Nehmen wir als Beispiel hier diesen Stuhl. 'Stuhl' ist der Name - die Sache selbst ist eine Konstruktion aus Holz, die als Sitzgelegenheit dient. Da ist eine Trennung - Stuhl und Holzkonstruktion. Nam-Myoho-Renge-Kyo ist nicht nur der Name, sondern die Sache selbst. Dieser Rhythmus, die Schwingung, indem man es ausspricht - das ist schon die Sache an sich. Nam-Myoho-Renge-Kyo ist von Buddha Nichiren klar gewählt worden, weil wir im Aussprechen dieses und genau dieses Mantras unsere Buddhaschaft verwirklichen. Ob es die einzige Möglichkeit ist oder ob es noch andere gibt, das kann ich nicht sagen; ich weiß es nicht. Aber Nichiren sagte: "Das ist die Möglichkeit, chantet Nam-Myoho-Renge-Kyo." In einem Gespräch mit Daisaku Ikeda hat der israelische Musiker Yehudi Menuhin einmal den Klang von Nam-Myoho-Renge-Kyo gehört. Er sagte spontan: "Zwei Buchstaben darin sind interessant, M von Myoho-Renge-Kyo, R von Myoho-Renge-Kyo. M ist die symbolische Darstellung der Mutter, zurück zur Mutter. R bedeutet Revolution." Ohne jegliche Erläuterung konnte Menuhin allein aus dem Klang der Silben die Bedeutung von Nam-Myoho-Renge-Kyo ableiten. Nam-Myoho-Renge-Kyo bedeutet ja erst einmal zurück zum Ursprung, zum Ursprünglichen. Man bleibt aber nicht dort, sondern kehrt wieder ins aktive Leben zurück. Das kennen alle, die praktizieren: In der ersten Phase des Chantens gehen wir zur Quelle der Kraft und erfahren Sicherheit und Geborgenheit, wie im Idealfall ein Kind bei der Mutter. In der zweiten Phase kommt der Tatendrang: Ich will etwas tun, ich will aktiv werden. Diese beiden Aspekte des Chantens hat Menuhin genau beschrieben: erst M - Geborgenheit, Mutterschoß, dann R - Revolution, Tatendrang.
Die gleiche Frage an Richard Causton:
Warum "Nam-Myoho-Renge-Kyo" und nicht beispielsweise "Ham'n eggs" (gebratener Speck mit Ei) chanten? Haben die Worte selbst Kraft?
Die Frage enthält zwei Teile: Der erste bezieht sich auf das fundamentale Gesetz des Lebens "Nam-Myoho-Renge-Kyo" und der andere auf unsere Beziehung zu ihm.
Wir können nach dem "Warum" vieler Dinge fragen, die wir nicht vollständig verstehen. Warum nennen wir beispielsweise das Universum "Universum" oder Deutschland "Deutschland"? Grundsätzlich hat jedes Wort eine Geschichte; warum jedoch spezielle Laute ausgewählt wurden, um spezielle Objekte oder Ideen zu benennen, ist sehr schwer zu erklären, auch wenn uns diese Objekte oder Ideen sehr vertraut sind. Zudem ist der Vorgang, wie der Klang von Worten Bilder in unserem Bewusstsein entstehen lässt, schwer zu verstehen und auch noch unerforscht.
Um es kurz zu sagen: Alle Worte haben Kraft. Worte können Menschen glücklich oder traurig machen, wütend oder bebend usw. Selbst die unschuldigen Worte "Speck und Eier" können Sie so schlagartig motivieren, dass Sie aufspringen und zum Laden rennen, um diese zu kaufen. Sprache hat eine tiefere Bedeutung für unser Leben, als wir annehmen. Nichiren Daishonin sagt:
"Und wenn man nur die Worte 'eingelegte Pflaume' bloß hört, läuft einem schon das Wasser im Munde zusammen. Sogar im täglichen Leben gibt es solche Wunder, um wieviel größer sind dann die Wunder des Lotos-Sutra?" [Gosho 14, SND Seite 177]
Geschichtlich ist "Myoho-Renge-Kyo" der Titel und die Essenz des Lotos- Sutras, der höchsten Lehre Shakyamunis. Nichiren Daishonin setzte Nam, ein Wort in Sanskrit, mit der Bedeutung "Widmung" vor diese Schriftzeichen. Mit einfachen Worten heißt Nam-Myoho-Renge-Kyo, sein Leben dem höchsten Gesetz des Universums zu widmen. Jedes dieser Schriftzeichen enthält sehr tiefe Lebensprinzipien, zusammen erklären sie, wie alles im Kosmos in Beziehung zueinander steht.
Erst einmal ist das extrem schwer zu glauben und zu verstehen, was aber nicht bedeutet, es nicht verstehen zu können, oder dass das Rezitieren dieses Satzes keine tiefgreifende Wirkung auf unser Leben hat. Naturwissenschaftler und Mathematiker verwenden Formeln und eine Sprache, die ziemlich unverständlich für die meisten anderen Menschen sind, aber sie können einander durch präzise Verwendung dieser Formulierungen selbst die schwierigsten Sachverhalte erklären.
Daisaku Ikeda, Präsident der Soka Gakkai International (SGl) sagt:
"Ebenso können wir den Zustand der Buddhaschaft anzapfen, wenn wir Nam-Myoho-Renge-Kyo mit Überzeugung zum Gohonzon chanten, auch wenn wir seine tiefe Bedeutung nicht verstehen. Unsere Stimme durchdringt beim Rezitieren von Nam-Myoho-Renge-Kyo den Kosmos und erreicht den Lebenszustand der Buddhaschaft und aller Buddhas des Universums. Sie durchdringt auch unser gesamtes Leben und ermöglicht uns so, den Palast der Buddhaschaft bzw. den höchsten Lebenszustand von Ewigkeit, Glück, wahrem Selbst und Reinheit aufzuschließen. Es ist wie Musik: Ohne jede Erklärung erreicht sie die Herzen der Menschen und bezaubert sie."
Der wichtigste Punkt ist, dass jeder, der Nam-Myoho-Renge-Kyo chantet, sei es ein mehr oder weniger intelligenter oder gebildeter Mensch, den Zustand der Buddhaschaft aus sich selbst hervorbringen kann, durch den dann wiederum alle anderen Lebenszustände beeinflusst werden. Wenn es auch zunächst noch schwer ist zu glauben: Nam-Myoho-Renge-Kyo ist das Wesen jedes Lebens, und wenn wir diesen Satz rezitieren, wird er sich in zahllosen positiven Auswirkungen zeigen, mi Kern unseres Lebens, vom Inneren zum Äußeren. Das Ausmaß, in dem wir vom Chanten profitieren können, hängt nicht von der in den Schriftzeichen Nam-Myo- ho-Renge-Kyo enthaltenen unbegrenzten Kraft ab, sondern ausschließlich von der Ernsthaftigkeit unserer Bemühungen beim Praktizieren.
Das natürliche Gesetz des Le
bens ist in allen Dingen enthalten, aber nur durch das Chanten von Nam-Myoho-Renge-Kyo und entsprechende Aktivitäten in unserem täglichen Leben können wir es anzapfen oder aktivieren und ihm so ermöglichen, für das eigene Glück und das anderer Menschen zu wirken.
Der Buddhismus spricht vom Prinzip der "Vier Kräfte": Die Kraft des Buddhas, die Kraft des Gesetzes, die Kraft des Glaubens und die Kraft der Ausübung. Die ersten beiden werden durch den Gohonzon verkörpert, können jedoch nur durch die Kraft des Glaubens und der Ausübung aktiviert werden.
Mit anderen Worten ist es die Kraft unseres Glaubens und unserer Ausübung, die das Ausmaß bestimmt, mit der die Kraft des Gohonzons in unserem Leben erscheint. Josei Toda, der zweite Präsident der Soka Gakkai, sagte, es sei wesentlich, diesen Punkt zu verstehen:
"Ich höre häufig, dass sich neue Mitglieder beklagen, sie hatten noch keine Wohltaten erhalten. Die Mehrzahl dieser Menschen empfinde ich als besessen von dem Gedanken, Wohltaten erhalten zu wollen, ohne dass sie ihren Glauben und ihre Ausübung verstärken. Die Aussage "Klopfe, und es wird dir aufgetan" dient als gute Veranschaulichung der vier Kräfte. Wenn jemand zum Beispiel seine Kraft des Glaubens und der Ausübung um das Hundertfache verstärkt, werden sich die Kräfte des Buddhas und des Gesetzes ebenso stark manifestieren. Entsprechend bewirkt jede Verstärkung des Glaubens und der Ausübung eine entsprechende Verstärkung der Kräfte des Buddhas und des Gesetzes. Wir sollten dieses Prinzip in unserem Bewusstsein verankern und uns selbst dem Glauben und der Ausübung ohne jeden Vorbehalt widmen".
Letztlich bedeutet dies, die Kraft von Nam-Myoho-Renge-Kyo nur erfahren zu können, indem wir es praktizieren, das heißt, indem wir ernsthaft und auf der Basis der durch das Chanten gewonnenen Weisheit handeln. Tun wir dies, und behalten wir die vier oben erwähnten Kräfte im Gedächtnis, werden wir bald sehen, dass wir allmählich mehr und mehr von der uns innewohnenden Kraft zeigen können. Dann werden wir verstehen, wie viel besser es ist, Speck mit Eiern zu "essen" und Nam-Myoho-Renge-Kyo zu "chanten".
Quellen:
-Was ist Buddhismus? Fragen und Antworten mit Yoshi Matsuno
-Soka Gakkai in Deutschland - Häufige Fragen
https://www.sokagakkai.de/faq?drucken=1&mitglied=1
-Richard Causton – Fragen und Antworten zum Nichiren Buddhismus
-Nichirenlibrary - Nam-Myoho-Renge-Kyo und Neun Verehrte
https://www.nichirenlibrary.org/en/dic/Content/N/11
https://www.nichirenlibrary.org/en/dic/Content/N/67

