Großer Waldbrand in der Türkei 2024 - Sitzen drei Alte in der Türkei vor der Teestube und der Horizont ist schwarz, man sieht hinter den Häusern eine Flammenwand, ein riesiger Waldbrand und einer zuckt mit den Schultern und sagt: "Kann man nichts machen, kommt von Gott!"
Und ich denke, Alter, kommt nicht von Gott, kommt vom Menschen, weil: Klimawandel, Wald furztrocken, plus Vollidiot, schmeißt Kippe weg im Wald - brennt wie Zunder! Das ist Ursache - Wirkung! Das ist Karma! Karma hat nichts mit Schicksal zu tun!
Nichire
n schreibt: "Wenn Sie die Ursachen verstehen wollen, die in der Vergangenheit gesetzt wurden, dann sehen sie sich die Wirkungen an, die sich in der Gegenwart zeigen. Und wenn Sie verstehen wollen, welche Wirkungen sich in der Zukunft zeigen werden, sehen sie sich die Ursache an, die in der Gegenwart gesetzt werden." [Gosho 30 Das Öffnen der Augen - Teil 2, SND 352]
Das Gesetz von Ursache und Wirkung gilt im Buddhismus absolut. Ursachen haben immer Wirkungen, da gibt es kein Entkommen. Und Wirkungen, die wir jetzt erleben, hatten immer Ursachen, auch wenn wir die Zusammenhänge nicht durchschauen. Das hat nichts mit Schuld zu tun, Kausalität ist
ein physikalisches Naturgesetz. Aufgrund ihrer körperlichen Beschaffenheit neigen Menschen dazu, die Welt im Rahmen ihrer Vorstellungskaft zu interpretieren. Unsere körperlichen Wahrnehmungsmöglichkeiten sind allerdings limitiert. Man müsste über den Tellerrand sehen können, aber das ist mühsam und vielleicht wird es ja unangenehm, wenn man dann erkennt …
Die buddhistische Lehre erklärt, dass sich alle unsere Handlungen in unser Leben einprägen und unsere Gegenwart, unsere Zukunft, sowie auch zukünftige Leben bestimmen. Das, was wir jetzt sind, wo wir leben, wie wir denken und handeln, das ist die Wirkung dessen, was wir in dieser und in früheren Existenzen verursacht haben. Das ist unser Karma.
In der Gosho 40 Der Wahre Aspekt aller Phänomene (Shoho jisso sho) Schreibt Nichiren: "Ein Verfechter des Lotos-Sutra wird man durch die Tugend aus seiner Ausübung in vergangenen Existenzen. Karmische Beziehungen bestimmen, aus welchem der vielen Bäume Bildnisse des Buddha gefertigt werden; und auch aufgrund von Karma werden einige Statuen von Buddhas der vorläufigen Lehren." [SND, 483]
Karmische Beziehungen, also Ursachen aus früheren Leben, die sich in diesem Leben auswirken, bestimmen also, ob man in diesem Leben dem Buddhismus des Daishonins begegnet und ihn annehmen und beibehalten kann, oder ob man sich von einer anderen Form des Buddhismus angesprochen fühlt. Mit anderen Worten geschah es nicht 'zufällig', dass wir diesem Buddhismus begegneten!
Das Wort Karman kommt aus dem Sanskrit und bedeutet Handlung oder Tat.
Alles, was ich denke, sage und mache, also Gedanken, Worte und Taten. Dabei mache ich schwächere Ursachen mit Gedanken, stärkere Ursachen mit Worten und die stärksten Ursachen mit tatsächlichen Handlungen. (Es macht schon einen Unterschied, ob ich denke, ich möchte helfen, ob ich frage, ob ich helfen kann, oder ob ich einfach zupacke und helfe)
Die Karma-Idee ist älter als der Buddhismus und war in der antiken indischen Gesellschaft schon lange vor der Zeit Shakyamunis verbreitet. Diese vorbuddhistische Auffassung von Karma diente jedoch dazu, den Menschen ein vorherbestimmtes Schicksal im eigenen Leben zu erklären und sie zur Akzeptanz ihres Platzes im antiken Feudalsystem zu bewegen, anstatt Hoffnung auf Veränderung oder Wandlung zu wecken. Shakyamuni vertrat die Ansicht, dass nicht die Geburt, sondern das eigene Handeln einen Menschen edel oder gering macht.
Wird die latente Kraft das Karmas, wir sprechen manchmal von 'karmischen Samen' (nyo se in) durch einen äußeren Reiz aktiviert / getriggert (nyo se en), dann entsteht eine 'Beziehung' zu dieser äußeren Ursache, die ihre Entsprechung in einer von zehn möglichen Hauptlebenstendenzen findet. (nyo se ka). Je nach dem wie man daraufhin handelt (nyo se ho), prägen sich gute und schlechte Gedanken, Worte und Taten als latente Kraft oder Potenzial im Leben eines Menschen ein. Dann hat man 'neues Karma gemacht'. Tatsächlich aber hat man gemäß der eigenen karmischen Tendenzen gehandelt und diese Tendenzen damit weiter vertieft. Wie Peter Kühn einmal sagte, eine Zigarette rauchen macht noch kein Karma, aber 30 Jahre lang täglich eine Packung rauchen macht Karma - Lungenkrebs. Hier ist es eine kleine, aber konsequent wiederholte Ursache, die sich im eigenen Leben eingraviert.
'Karma machen', 'Karma haben': Subjektiv unterscheiden wir zwischen gutem und schlechtem Karma, veränderlichem und unveränderlichem Karma. Gutes Karma, oder die sogenannten 'karmischen Belohnungen' fallen uns ja gar nicht weiter auf - erst, wenn wir über unser gutes Karma nachdenken. Und das wollen wir dann auch nicht ändern. Erst wenn wir verstehen, dass wir unter bestimmten Aspekten unseres Karmas leiden, dann wollen wir etwas ändern. Wir studieren die Lehren des Buddhismus. Wir erkennen Karma als Ursache für leidvolle Lebensumstände und stellen fest, dass sich Karma mal leicht ändern lässt, mal aber zäh und unnachgiebig zu sein scheint, ja anscheinend wie in Stein gemeißelt! Dem liegt eine tiefe Ursache zugrunde und sorgt für eine karmische Wirkung, die sich nur äußerst schwer vermeiden lässt.
Meine Eltern habe ich mir ausgesucht. Das war Karma und im Moment meiner Zeugung ist es zu spät, das zu ändern. Dieses Karma ist also unveränderbar. Der Ort und die Zeit meines Erscheinens, die Umstände meiner Kindheit, auch das ist fixes Karma und kann im Nachhinein nicht verändert werden, wohl aber meine Haltung dazu, mein Umgang mit den Erfahrungen meiner Kindheit. Hatte ich das Karma, darunter zu leiden und: Konnte ich dieses Leiden überwinden?
Nichiren erklärt, dass man sein negatives Karma mit Nam-Myoho-Renge-Kyo verändern kann. Er spricht von der Erleichterung der karmischen Vergeltung [Gosho 24]. Das bezieht sich auch auf Krankheiten. Wir alle kennen den Satz aus der Gosho: "Glauben Sie von ganzem Herzen an dieses Mandala. Nam-Myoho-Renge-Kyo ist wie das Brüllen eines Löwen. Welche Krankheit kann daher ein Hindernis sein?" [Gosho 45]
In den 90ern galt die Diagnose AIDS meistens als Todesurteil, es gab noch wenig Erkenntnisse und keine Medikamente. Ich erinnere mich noch, als ein Leiter Sonntags Morgens anrief und aufgeregt fragte, ob ich grade den 'Internationalen Frühschoppen' im Ersten sähe. Da wäre ein Journalist, der erzählte, das einzige ihm bekannte Mittel gegen AIDS wäre derzeit ein Mantra, das eine Gruppe Buddhisten in Kalifornien praktizieren würde! Das wären doch wir, das müsste doch Nam-Myoho-Renge-Kyo sein!
J. hatte das Karma, an Darmkrebs zu sterben. Und vor hundert Jahren wäre das auch ein ziemliches fixes Karma gewesen. Aber da er auch das gute Karma hatte, in dieser Zeit in dieser Stadt zu leben, wo es fähige Ärzte, moderne Medizin und buddhistische Ausübung gab, konnte er seinen karmisch feststehenden Todeszeitpunkt verändern und sein Leben verlängern.
Wir haben gehört, dass Karma etwas ist, dass nach buddhistischer Auffassung über Leben und Tod hinaus Bestand hat. Damit kommen wir zur beliebten Abteilung 'Yoshi hat gesagt'. Die Frage, die ihm gestellt wurde lautete: Ist Karma so etwas wie eine unsterbliche Seele?
Nach buddhistischer Vorstellung ist das Gesetz von Ursache und Wirkung nichts rein Mechanisches oder Physikalisches: Ich lasse einen Ball fallen - er fällt nicht nach oben, er fällt zu Boden, er rollt weg. Das ist Physik. Das Gesetz von Ursache und Wirkung geht aber viel weiter, es gilt auch im Bereich der Ethik: Ich unterstütze andere Menschen - ich bekomme selbst auch Unterstützung. Ich schade anderen absichtlich - dann mache ich später schlechte Erfahrungen. Dieses karmische Prinzip der Verantwortung gilt nach dem Tod unverändert weiter. Präsident Ikeda hat einmal gesagt, dass Karma wie Energie ist. Energie ist Kraft - man kann sie nicht sehen, sie ist aber trotzdem vorhanden. Ein guter Vergleich sind Radiowellen: In diesem Raum sind viele tausend verschiedene Radiowellen vorhanden, wir nehmen sie mit unseren Sinnesorganen nur nicht wahr. Wenn man aber ein geeignetes Empfangsgerät einschaltet, dann kann man klar zwischen verschiedenen Wellenlängen auswählen: WDR2 ist WDR2, WDR5 ist WDR5 - es gibt da keinen Misch
masch. Solange ich das Gerät eingeschaltet lasse, höre ich das Programm - wenn ich es ausschalte, höre ich nichts mehr, trotzdem sind die Radiowellen immer noch da. Genauso sind unser Leben und unsere Körperlichkeit zeitweise sichtbar [solange wir leben]. Zeitweise werden sie unsichtbar [wenn wir gestorben sind], bleiben aber trotzdem kontinuierlich weiter als karmische Energie im Ganzen vorhanden - das ist die Ewigkeit unseres Lebens. Die Idee der 'Seele' beinhaltet etwas Individuelles, Abgetrenntes und Unveränderbares. Die buddhistische Vorstellung von der Ewigkeit des Lebens ist etwas anders: Die karmische Energie unseres Lebens bleibt nach unserem Tod nicht getrennt und individualisiert, sondern sie geht zeitweise in das Ganze ein. Und aus dem Ganzen geht, wenn die Bedingungen stimmen, ein neues Lebewesen hervor, das diese karmische Energie weiter trägt. Wir neigen dazu, uns feste Vorstellungen davon zu machen, wie die Welt ist und wie andere Menschen sind. Wir legen einen Menschen auf ein bestimmtes Bild fest, das wir uns von ihm gemacht haben, und dann sagen wir: "Dieser Mensch ist so." Dabei ist er eigentlich von Moment zu Moment jemand anderes! [siehe: Zehn Welten, siehe: ichinen sanzen] Genauso gehen wir auch mit uns selbst um. Wir machen uns ein bestimmtes Bild, und dann sagen wir "Ich bin so" - und hoffen, dass wir auch immer so bleiben, möglichst noch nach dem Tod. Aber Leben ist ständige Veränderung, und wir verändern uns auch ständig. Nach dem buddhistischen Verständnis ist karmische Energie in ständiger Entwicklung und Veränderung - daraus ergibt sich ein viel dynamischeres Bild als das der Seele. Im Buddhismus geht es darum, jeden Moment als Ursache dafür zu sehen, das Ganze, von dem wir eine Ausdrucksform sind, positiv zu verändern. Jetzt ist die Ewigkeit des Lebens, jetzt sind wir die Ursache des Ganzen!
Die beiden letzten Sätze haben es wirklich in sich und spiegeln Yoshis Sicht auf die Welt und das Leben. Wir sind Ausdrucksformen des Ganzen. Wir sind keine Geschöpfe von etwas Höherem, sondern Ausdrucksformen des Ganzen. Im Prinzip besteht die für uns sichtbare Welt aus einer ziemlich gigantischen Vielzahl von Ausdrucksformen des Ganzen. Es gibt nichts Höheres. Von den Darmbakterien bis zu den Galaxien. Alles Leben ist miteinander verwoben im Teppichtibet.
Und Yoshi macht die Lebenseinstellung klar, die aus einer solchen Erkenntnis resultiert, wenn man diese 'Ganzheits-Idee' lebt: 'Hier und jetzt'! Jeden Moment als Ursache dafür sehen, das Ganze positiv zu verändern. Hier und jetzt mache ich neues, positives Karma. Schluss mit der Jammerei! Jetzt ist die Ewigkeit des Lebens, jetzt sind wir die Ursache des Ganzen!

