Wir studieren im März 2017 immer noch die RAR.

Ich frage mich:

Warum ereignen sich Katastrophen und was können wir tun, damit sie sich abschwächen???

Die buddhistische Erklärung dafür ist:

Wenn wir in unserer buddhistischen Ausübung voranschreiten, tauchen unweigerlich die drei Hindernisse und vier Teufel auf, die einander übertreffen, uns zu stören.

Allerdings wird auch gesagt:"Sie sollten sich weder von ihnen beeinflussen lassen, noch Furcht haben. Wenn Sie ihrem Einfluß unterliegen, werden Sie auf die Pfade des Bösen geführt werden. Wenn Sie Furcht vor ihnen haben, werden Sie an der Ausübung des Wahren Buddhismus gehindert werden."

Wer sind denn diese sogenannten Bösewichter?

Wir haben da zunächst mal die drei Hindernisse:

-Hinderniss der eigenen Begierde aus den drei Giften (Habgier, Ärger, Dummheit)

Z.B. Wenn man auf Status, Geld, Prestige bedacht ist und weniger auf seine menschliche Entwicklung, oder wenn man sich über andere Praktizierende des Buddhismus so sehr ärgert, dass man nicht mehr mit ihnen zusammen praktizieren will.

Kommt euch das bekannt vor?

-Hindernis aus dem Karma:

Da gibt es 5 sogenannte Hauptvergehen, wie z.B. Tötung des eigenen Vaters, der eigenen Mutter, Tötung eines Weisen, Verletzung eines Buddhas oder Disharmonie stiften unter den Ausübenden des Buddhismus.

Auch Hindernisse, die einem durch die eigene Frau oder das eigene Kind entgegengestellt werden (siehe "Brief an die Brüder").

Z.B. Ein Ehepartner stellt den anderen vor die Alternative, "dein Buddhismus oder ich...".

-Wirkung des vergangenen Karmas

Vom Herrscher oder den Eltern verursachte Behinderungen, also

Z.B. Anfeindungen der SGI durch den Staat, wenn sie stärker wächst, wie in Japan in den 70ern.

Hindernisse sind außerhalb von uns und lassen sich unter guten Umständen einfach überspringen.

Viel spannender sind die vier Teufel, die in uns selbst wohnen:

  1. Teufel der fünf Komponenten

zeigt sich u.a. durch körperliche oder psychische Krankheit...

  1. Teufel, die ohne äußeren Anlaß aus den drei Giften erwachsen

das wäre dann wieder ein Überschneiden mit dem Hindernis der eigenen Begierden. Hier greift es von außen und von innen an.

  1. Teuflische Kraft, die aus der Angst vor dem Tod rührt

man macht keine Entwicklung/Bemühung, weil man keinen Sinn mehr darin sieht.

  1. Teufel des sechsten Himmels

das ist die Kraft, die uns von dem Erreichen der Buddhaschaft mit allen Raffinessen und großer Intensität abhalten will.

Laut Ikeda erscheint der Teufel dessechsten Himmels als:"Begierde, Melancholie, Hunger, Durst, sehnsüchtiges Verlangen, Verlangen nach Schlaf, Zweifel, Bedauern, Ärger, Glück, Ruhm, Arroganz, Verachtung und Angst."

 

Kommt euch irgendetwas davon bekannt vor?

Der Teufel des sechsten Himmels ist also der Schlimmste dieser Bösewichter.

 

Dazu kommt: Das Böse verbündet sich schnell!

Stefan M. sagte auf dem Vorleserkurs:"Das Böse verbündet sich, wie ein Magen-Darm-Virus.

Das Gute verbündet sich auch, man braucht aber etwas Geduld..."

Wie gehen wir jetzt normalerweise mit diesem Bösen um?

Wir finden das Böse in der Regel spannender als das Gute.

Sobald das Böse auftaucht, und es lauert eigentlich überall, lehnen wir uns zurück und greifen zur Popcorn-Tüte.

Wie im Kino genießen wir geradezu, das was ab jetzt passiert.

Denn wir kennen das Böse gut. Und das Böse kennt uns gut.

Wir haben das alles schon mehrfach erlebt. Es läuft ein bekannter Prozess ab, wie ein Hollywoodfilm. Wir genießen den bekannten Ablauf und warten auf das Ende, an dem hoffentlich die gute alte Kavalerie kommt, die sogenannten wohltätigen Gottheiten, über die ich hier gar nicht groß sprechen will, weil sie viel langweiliger sind, als das Böse.

Und ich will euch ja nicht einschläfern oder langweilen...

So oder so ähnlich, läuft es immer wieder ab und eigentlich hat das Böse damit wieder einmal gesiegt.

Warum ist der Ablauf aber immer wieder genau so?

Bleiben wir kurz bei dem Kinobeispiel, dann sehen wir, dass wir uns zurückgelehnt haben und Film und Popcorn konsumieren. Wir gestalten also nicht unser eigenes Leben, sondern verharren in Passivität. Wir lassen geschehen.

Obwohl wir als erfahrene Buddhisten wissen, dass wir nur aufstehen müssten, dann würden uns die wohltätigen Gottheiten unterstützen und WIR würden diesmal siegen.

Aber wir wissen auch: Würde "gewusst wie" ausreichen, wären wir alle schlank, reich und glücklich...;)

Was hindert uns also?

Bzw. anders gefragt: Wie klappt diese Änderung, die wir uns so sehr wünschen?

Schauen wir dazu mal kurz auf den wichtigsten Menschen im Universum und wie wir mit diesem umgehen; schauen wir auf uns selbst.

Die Kirche sagt:"Liebe deinen Nächsten, wie dich selbst".

Meine Frau Ulla sagt dazu:"Alles schön und gut, aber die meisten Menschen lieben sich nicht".

Ein vor kurzem so ähnlich gehörtes Beispiel dazu.

Nehmen wir mal die Monika hier und stellen uns Folgendes vor: Die Monika sieht der Einfachheit halber genauso aus wie ich und hat die gleichen Probleme wie ich.

Ich praktiziere schon seit 20 Jahren und die Monika ist heute auf ihrer ersten Versammlung.

Ich habe sie mitgebracht. Sie ist mein Shakubuku.

Jetzt ist die Monika durch diese wunderschöne Versammlung sehr gerührt und öffnet sich und sagt uns im Vertrauen: "Immer wieder habe ich die gleichen Probleme. Ich komme einfach nicht weiter. Ich kriege das nicht gelöst, aber ich würde so gerne."

Was sage ich jetzt zur Monika?

Sage ich jetzt: "Du blöde Kuh, stell dich nicht so an. Du könntest schon viel weiter in deiner Entwicklung sein, wenn du nicht so nachlässig wärst"?

Oder sage ich:"Ist doch toll, was du bisher geschafft hast. Unser Buddhismus sagt, von da an, wo wir jetzt stehen, gehts weiter. Von hier aus können wir Werte schaffen."

Wie reden wir eigentlich mit Freunden, mit unserem Partner, wie reden wir mit uns selbst?

An der Kirche auf dem Severinskirchplatz, das ist die, die gerade renoviert wird, hing vor einigen Monaten der Spruch: "Liebe dich selbst"

"Endlich" - seufzte die Ulla, als sie das las...

Die eigene Wertschätzung wäre also ein guter Anfang und dabei helfen uns die drei Hindernisse und die vier Teufel, die ich jetzt mal nicht als böse Funktionen bezeichnen möchte, sondern als wichtige Funktionen oder nützliche Funktionen.

Hindernisse und innere Teufel sind ein Zeichen dafür, daß man etwas richtig macht. Die wichtigen Funktionen oder nützlichen Funktionen zeigen uns, wovon man sich nicht mehr negativ beeinflussen lassen soll, damit sich unsere Wünsche erfüllen.

Die Umstände in unserem Leben entscheiden nie, wer ich bin oder was ich werden kann, sondern ich selbst entscheide, wie ich damit umgehe und welche Wirkung das auf mein Leben hat.

Manchmal betrachten wir die Dinge von der negativen Seite, manchmal von der positiven. Das bedeutet, alle Situationen haben immer beide Möglichkeiten in sich.

Wir brauchen also eine Änderung der eigenen Einstellung, eine menschliche Revolution, eine Entschlossenheit, eine Selbstwertschätzung.

Und dann verbünden sich mit uns die etwas langweiligeren wohltätigen Gottheiten und wir führen unseren Kampf gemeinsam zum Happy-End...

 

von Michael

 

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