"Shakyamunis Worte, die ich vorhin anführte, verweisen auf Folgendes: Wenn man hunderttausend Millionen Buddhas Gaben dargebracht hat, sind die Verdienste groß. So groß, dass man selbst dann, wenn man an andere Lehren als die des Lotos-Sutras glaubte und aufgrund dieser Verleumdung arm und niedrig geboren wurde, trotzdem an dieses Sutra in dieser Lebenszeit glauben kann.

Ein Kommentar [aus der Schule] T'ien-t'ais besagt: 'Es ist wie bei einem Menschen, der auf den Boden fällt, sich dann aber vom Boden abstößt und wieder auf die Füße kommt.' Jemand, der zu Boden gefallen ist, fängt sich wieder und steht vom Boden auf. Wer das Lotos-Sutra verleumdet, wird in die Drei Schlechten Pfade hinabfallen oder in die Reiche der Menschen und der Himmelswesen, doch schließlich werden alle mithilfe des Lotos-Sutras die Buddhaschaft verwirklichen." (aus der Gosho 165 Der Beweis des Lotos-Sutras, SND, 1354)

 

Die Drei Niederen Pfade sind Hölle, Hunger und Animalität. Das Reich der Menschen ist nin, auch Ruhe genannt. Das Reich der Himmelswesen ist ten, Himmel, auch Entzücken genannt (...und was ist mit dem Ärger?).

Hinabfallen in diese Pfade oder Reiche, man kann auch sagen, bei der Reinkarnation in eine solche Haupt-Lebenstendenz hinein geboren werden, nicht als Strafe, sondern als negative Wirkung einer Verleumdung, die man begangen hat. Ob das negativ oder positiv ist, entscheidet natürlich jeder für sich. Nichiren meint hier ein Hinabfallen aus der [inneren] Welt eines Bodhisattwas. Doch mithilfe des Lotos-Sutras, also mit der Praxis zum Gohonzon, können alle, egal aus welchem Lebenszustand heraus, die Buddhaschaft verwirklichen. Das ist die Lehre des Lotos-Sutras.

Den Buddhas Gaben geben - wir geben ja keinem Buddha mehr Gaben, sondern der Verkörperung des Lotos-Sutras, dem Gohonzon: Wasser, Obst, Duft, Klang u.s.w., besonders aber unsere Zeit (die ist heute besonders wertvoll). In der Gosho 170 Das Reisgeschenk schreibt Nichiren, dass Essen und Trinken für die Menschen der größte Schatz sind, dass es jedoch eine noch größere Gabe wäre, sein Leben zu widmen: "Aufrichtig zu geben, was für das eigene Leben von Bedeutung ist", bezeichnet man als sinngemäße Gabe. Tatsächlich zu geben, bedeutet, das eigene Leben für das Gesetz zu geben. Wir sagen, sich für kosen-rufu einzusetzen. "Diese Lehre nennt man das Paramita des Almosengebens zur Betrachtung des eigenen Lebens." (SND 1375)

Daraus wird klar, dass man sich - mit der richtigen Einstellung - die Gaben selber gibt um Fortschritte beim Betrachten des eigenen Karmas zu erreichen.

In der Gosho 31 Über den Juwelenstupa heißt es: "Sie meinen vielleicht, dass Sie dem Juwelenstupa [dem Gohonzon] des So Gekommenen Juwelenreich [Taho Buddha] Gaben dargebracht haben, aber das ist nicht so. Sie gaben sie sich selbst." (SND, 372)

In der Gosho 81 Gute Wirkungen in diesem Leben steht: "Wer solch einem Sutra [dem Lotos-Sutra] auch nur eine Blume oder ein Räucherstäbchen darbringt, hat in früheren Existenzen einhundert Millionen Buddhas Gaben dargebracht." (SND, 810)

Also: Wenn man dem Gohonzon in diesem Leben Blumen und Räucherstäbchen geben kann, dann ist dies eine Wirkung von großartigen Ursachen aus der Vergangenheit. Diese Ursachen waren äußerst vielfältig - wir wissen es nicht mehr.

Die Wirkung ist, dass wir:

  1. Den Gohonzon in diesem Leben überhaupt treffen konnten.

Es ist ja nicht so, dass Gohonzons überall rumhängen wie heutzutage die Buddha Statuen in Blumenbeeten, Schaufenstern, Wohnzimmer-Regalen oder Klos (echt erstaunlich wo überall Buddhas in Toiletten stehen - keine Ahnung wieso).

Es ist nicht leicht, es braucht schon einen 'karmischen Zufall' um dem Gohonzon begegnen zu können. Das Internet hat die Sache stark vereinfacht, aber auch für neue Verwirrung gesorgt: Was ist ein echter Gohonzon? Ich kann ja via youtube zusammen mit digitalen Stimmen zu einem Gohonzon-Foto auf meinem Bildschirm chanten. Oder ich kann eine reale SGI-D Versammlung besuchen, wo in diesem Augenblick eine reale, einmalige Zeremonie stattfindet - vor dem Gohonzon! Jedenfalls ist es heute leichter, so ein Treffen zu finden als vor 30 Jahren. Den Gohonzon in diesem Leben treffen zu können ist eine Folge großartiger Ursachen in der Vergangenheit.

  1. Anfangen konnten zu praktizieren

Dann auch noch anfangen können, zu praktizieren. Wir hätten ja sagen können, das ist aber komisch mit dem Chanten. Nach hunderttausend Millionen Gaben an Buddhas in vergangenen Existenzen dem Gohonzon begegnen und dann sagen, tja nett, aber ich glaube, das ist nichts für mich... Autsch!

Der zweite Aspekt der karmischen Belohnung ist daher, dass wir auch anfangen konnten zu praktizieren. Wir konnten wieder den Gohonzon empfangen und können chanten..

   (und das funktioniert)

  1. Auch wenn man in zwischenzeitlichen Existenzen das Lotos-Sutra verleumdet hat

Der dritte Aspekt ist ein bonus-goodie. Man hat all diese Ursachen gesetzt, hat dann aber zwischenzeitlich das Ziel aus den Augen verloren. Egal! Sie kommen trotzdem an. Es gibt karmisch ein paar auf den Deckel, wie z.B. "arm und niedrig geboren werden", aber man kann trotzdem in dieser Lebenszeit an den Gohonzon glauben.

Und das war's! Wir konnten den Glauben in diesem Leben annehmen, d.h. wir haben es geschafft, über die Abgründe der Ewigkeit hinweg, von Leben zu Leben, unser Werkzeug wieder zu finden. Jetzt müssen wir es in die Hand nehmen und reinhauen!

Wir haben eine harte Landung hingelegt und wir erheben uns aus eigener Kraft. Wir stoßen uns vom Boden der karmischen Hindernisse ab. Nicht liegenbleiben und jammern! Wir haben negative Ursachen gesetzt, das hat nichts mit Schuld zu tun, das sind einfache Tatsachen. Vielleicht haben wir es sogar mit Absicht getan! Wir wollten negatives Karma erzeugen, um vorzuführen, wie wir das mit dem Gohonzon überwinden. Und wir wussten einst, dass wir das schaffen können. Wir haben es nur vergessen.

 

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